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Ein letztes Mal wandelt die Choreografin Smadar Goshen in der Performance „Passing“ auf den Spuren ihrer 1941 aus Stuttgart deportierten Urgroßmutter. Das erwartet die Teilnehmenden.
War ihr eigener Umzug nach Stuttgart Schicksal oder Zufall? Diese Frage stellte sich der israelisch-deutschen Choreografin Smadar Goshen, als sie den Namen ihrer Urgoßmutter zufällig an der Wand des Mahnmals „Zeichen der Erinnerung“ entdeckte. Nach dem ersten Erschrecken recherchierte die Künstlerin das Schicksal von Paula Kahn, die zur jüdischen Gemeinde Württembergs zählte. Sie wurde am 1. Dezember 1941 von Stuttgart aus nach Riga deportiert, dort verliert sich ihre Spur in einem Massengrab.
Verarbeitet hat Smadar Goshen das Gefundene zur Outdoor-Walk-Performance „Passing“. Der Weg führt von der Kirche St. Georg über den Pragfriedhof zur Gedenkstätte. Er ist kurz, prägt sich im Zusammenspiel von sechs Tänzerinnen und Tänzern, über Kopfhörer eingespielten Text und durch die realen Ort intensiv ein.
Am 18. und 19. Juni lädt die Choreografin ein letztes Mal dazu ein, mit ihr in die beispielhafte Geschichte ihrer Urgroßmutter, ihrer Familie und die Lücken darin einzutauchen.
Auf den einzelnen Stationen eröffnet die Arbeit Gedanken über Vermächtnis, Familiengeschichte, Zugehörigkeit und den Begriff von „Zuhause“ und macht zugleich Geschichten aus der jüdischen Gemeinschaft im Stuttgart der 1930er- und 1940er-Jahre lebendig. Der Spaziergang endet am Mahnmal „Zeichen der Erinnerung“ und lädt dazu ein, den Erinnerungsort weiter zu erkunden.
Die Teilnahme am 30-minütigen Weg ist kostenfrei, eine Anmeldung wegen der begrenzten Plätze aber verpflichtend (per Mail an ask@smadar.goshen.com). Spenden sind willkommen und fließen in den Erhalt des Denkmals sowie in weitere Recherchearbeit.
Auf den Spuren von Paula Kahn
Wo und wann?
Treffpunkt ist im Hinterhof der Kirche St. Georg (U-Bahn: Pragfriedhof). Am Donnerstag, 18. Juni, gibt es um 16.30 Uhr eine offene Probe, am Freitag, 19. Juni, um 18.30 Uhr eine letzte Vorstellung. Die Plätze sind wegen der bereitgestellten Kopfhörer limitiert, deshalb ist eine Anmeldung erforderlich per Mail an ask@smadar.goshen.com oder online unter www.smadargoshen.com.
Wer?
An der Performance beteiligt sind Bar Gonen, Selina Koch, Paco Ladrón de Guevara, Kevin Albancando Tuntaquimba, Malika Ali und Johannes Blattner. Bei der Recherche und Dramaturgie half die Theater-vor-Ort-Spezialistin Kathrin Hildebrand.
Anmeldeschluss Mittwoch, 17.06.2026 23:00 Uhr
Kosten
Anmeldepflichtig,aber auf Spendenbasis
Altersbeschränkung ab 52 Jahre bis 72 Jahre
Teilnehmer Keine Teilnehmer
Max. Teilnehmer 5 (5 freie Plätze)
Max. Begleitpersonen Keine Begleitpersonen
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