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Es geht auch anders. Die Geschwister Anna und Dietrich Brüggemann zeigen in ihrer 'lustigen Tragödie', wie der Verleih den Film nennt, dass Liebe, Dreiecksbeziehung und Behinderung zusammen passen. Ohne larmoyant, banal, anbiedernd, langweilig politisch korrekt oder zynisch zu sein. Nicht einen falschen Ton gibt es in dieser an sich klassisch-konventionellen Dreiecksgeschichte über den Zivildienstleistenden Christian (Jacob Matschenz), die angehende Cellistin Annika (Anna Brüggemann) und den seit einem Autounfall vor sieben Jahren an den Rollstuhl gefesselten Studenten Benjamin (Robert Gwisdek).
Dabei sparen die Brüggemanns (Dietrich führte Regie und schrieb gemeinsam mit Anna das Drehbuch) auch das nicht aus, was sonst in Filmen ähnlichen Themas immer übersprungen wird - Sex. Denn in 'Renn wenn du kannst' erklärt Benjamin in einer sehr berührenden Szene Annika, was sie jetzt alles in welcher Reihenfolge tun muss, damit es auch zu einer gemeinsamen Liebesnacht kommen kann. Es liegt an dem brillanten, herrlich lebensnahen, manchmal urkomischen und manchmal sanft lakonischen Drehbuch, dass nichts von dem, was danach folgt, peinlich ist. Mit einer traumwandlerischen Sicherheit inszeniert Brüggemann sein Drama gänzlich undramatisch und humorvoll. Die Besetzung dürfte mit das Beste sein, was das deutsche Nicht-Mainstream-aber-auch-nicht-Kunst-Kino augenblicklich zu bieten hat. Herausragend, weil immer auf den Punkt und von einer vibrierenden Intensität ist aber besonders Robert Gwisdek, Sohn von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch, der den heiklen Part des Querschnittsgelähmten spielt. 'Renn wenn du kannst' ist ein scheinbar locker hingeworfener, fein ausgearbeiteter und optisch gerade in den Nachtszenen virtuos umgesetzter Traum davon, wie das Leben sein könnte: So hart, intensiv und schön.
Anfahrtsbeschreibung:
U3 / U6 Münchner Freiheit. In die Feilitzschstr. und dann auf der linken Seite.
Anmeldeschluss Dienstag, 03.08.2010 16:00 Uhr
Kosten
Eintritt
Teilnehmer 2 (keine Männer und 2 Frauen )
Max. Teilnehmer Keine Teilnehmerbegrenzung
Max. Begleitpersonen Keine Begleitpersonen
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