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Wer möchte mitkommen? Ich bin gespannt auf eine einstündige Führung, die mir die Weimarer Republik aus der Perspektive ästhetischer Diskurse näherbringen und mich für ein konkreteres Verständnis dieser Zeit sensibilisieren möge. Denn diese überaus komplexe Ära wird in unseren Zeiten einer Stärkung des Neofaschismus nicht selten simplifizierend und pauschal in Beschlag genommen: «Weimar ist nicht gescheitert, weil die Radikalen so stark waren, sondern weil die Demokraten müde waren. Genau das darf sich nicht wiederholen.» (Markus Söder, neulich auf X) Knapper und abstrakter dürfte es kaum noch gehen. In solchen Verlautbarungen wird – in der Regel unwidersprochen – jede Bezugnahme auf spezifische und handfeste Besonderheiten jener Epoche vermieden.
In einem vielleicht expliziten Kontrast hierzu mag die Ausstellung «Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik» im Lenbachhaus stehen – denn es heißt in der Ankündigung:
«Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und greifbare Details, statt große Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.» https://www.lenbachhaus.de/programm/ausstellungen/detail/ein-ferngespraech-szenen-aus-der-weimarer-republik
Und ein solches Ferngespräch mit der Weimarer Zeit wird so angekündigt:
«Die Wirtschaft blüht, oft auf Pump, Teile der Bevölkerung verarmen, nicht nur während der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise. Kriegsversehrte, Arbeiterinnen, Arbeitslose und Veilchenverkäufer prägen die Straßen und konterkarieren die Goldenen Zwanziger. Oskar Maria Graf verteilt mit einer Arbeitsgruppe antifaschistische Flugblätter, in Schwabing treffen sich Feminist*innen und das Münchner Antikriegs-Komitee und eine Ortsgruppe der revolutionären Künstler*innen-Vereinigung ASSO bastelt an einer Zeitschrift. George Grosz zeigt den Aufstieg der Nationalsozialisten und karikiert den Hitlergruß.
Das neue Theater von Helene Weigel und Bertolt Brecht sehnt sich nach der Wucht des Boxens und versucht sich an Dialogen, die wie Kinnhaken sitzen. 1923 wird die erste staatlich kontrollierte Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt – Max Radler malt einen Fabrikarbeiter beim Radiohören. 1930 macht Tim Gidal im Deutschen Museum ein Foto von einer der ersten Fernsehübertragungen.»
Anmeldeschluss Freitag, 22.05.2026 20:00 Uhr
Kosten
Eintritt zzgl. 5,-- € für die Führung
Teilnehmer Keine Teilnehmer
Max. Teilnehmer 3 (3 freie Plätze)
Max. Begleitpersonen Keine Begleitpersonen
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