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Geschrieben als politische Parabel zielt das Stück auf eine Geisteshaltung, die dem Zerstörerischen zum Erfolg verhilft. Wie kommt’s? Aus welchen Gründen, wozu und von wem werden Impulse von Einsicht einfach weggeschoben?
Stückkurzinfo :Die Empörung von Biedermann über die Brandstifter, die seit einiger Zeit überall Feuer legen, ist groß – zumindest am Stammtisch in der Kneipe und auf Social Media. Kaum stehen sie jedoch vor seiner Haustür, werden sie höflich hereingebeten, obwohl sie keinen Hehl daraus machen, was sie vorhaben. Man hat ja Manieren. Ein Unmensch ist man auch nicht, schließlich sind es nur zwei harmlose Hausierer. Und falls nicht, macht man sie sich besser nicht zum Feind. Das möchte man sich dann doch nicht leisten, obwohl man sich sonst (fast) alles leisten kann.
Regisseurin Fritzi Wartenberg, Jahrgang 1997, gesteht unumwunden, wie ertappt sie sich von Frischs Text fühlt, den er 1948 zuerst als burleske Prosaskizze notierte und später zum Theaterstück umarbeitete. Wartenberg ist Mitbegründerin des FTZN-Kollektivs und erhielt im Rahmen des Nachwuchsförderprogramms WORX am Berliner Ensemble den Helene Weigel Theaterpreis.
Frischs Geschichte ist eine Parabel über Wandel, bezie-
hungsweise über eine bestimmte Art und Weise mit Krisen
umzugehen. Biedermann ist nicht naiv und weiß eigentlich
genau, was an den Krisen hausgemacht ist. Es gibt auch kei-
nen Grund, ihm nicht zu glauben, dass er gern ein guter
Mensch wäre, wenn es ihm die Umstände nur erlauben wür-
den. Doch sein Verhalten, sein Verharren beispielsweise in
moralischen Plädoyers bei wachsender Deklassierung seines
Angestellten mit dem sprechenden Namen Knechtling, führt
letztlich nicht dazu, dass alles so bleibt, wie es im Übrigen nie
war – vermeintlich gut –, sondern zu regressivem Wandel.
Als „Lehrstück ohne Lehre“ bezeichnete Frisch sein Dra-
ma, und in der Tat lernt Biedermann scheinbar nichts dazu.
Was zur Frage zurückführt, ob er es nicht kann, nicht will
oder nur so tut, um von seinen inneren Brandstiftern abzu-
lenken, deren Handeln er für die einzig richtige Antwort auf
die Krisen hält – auch wenn oder gerade weil sie möglicher-
weise systemsprengend sind. •
https://www.berliner-ensemble.de/download/document/9365 (Programmheft etca)
Habe für mich ticket PARKETT RECHTS, Reihe: 9, Platz: 16 gekauft
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/biedermann-und-die-brandstifter
1 Std 30 Min
Keine Pause
Bitte beachtet: In dieser Inszenierung kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz!
Kosten
ab 20
Teilnehmer 2 (ein Mann und eine Frau )
Max. Teilnehmer 6 (4 freie Plätze)
Max. Begleitpersonen 1
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